Ihr Internetanbieter protokolliert, welche Websites Sie aufrufen, Werbenetzwerke verfolgen Sie quer durchs Netz, und je nach Land ist auch die staatliche Überwachung unterschiedlich stark. Viele Internetnutzer suchen deshalb nach einer Möglichkeit, im Internet anonym zu bleiben und ihre Privatsphäre zu schützen. Die beiden bekanntesten Werkzeuge dafür sind Tor und VPN. Auf den ersten Blick sind sie sich sehr ähnlich und versprechen auf dem Papier ähnliche Dinge, im Detail unterscheiden sie sich aber deutlich.
Im Vergleich Tor vs. VPN ist ein VPN für die meisten Nutzer die bessere Wahl für den Alltag: NordVPN verschlüsselt Ihre gesamte Verbindung, bietet über 9.200 Server in 129 Ländern, hat seine No-Logs-Politik bereits sechsmal von Deloitte prüfen lassen und kostet mit dem Code 01NET nur 2,56 € pro Monat. Mit seinen Onion-Over-VPN-Servern erreichen Sie zudem das Tor-Netzwerk, ohne dass Ihr Internetanbieter die Tor-Nutzung sieht.
Der Tor-Browser ist dagegen kostenlos und bietet ein besonders hohes Maß an Anonymität. Er ist allerdings deutlich langsamer, schützt nur den Datenverkehr im Browser und lässt Sie den Standort Ihrer IP-Adresse nicht ohne Weiteres wählen. Die Wahl scheint auf den ersten Blick leicht, doch beide Tools haben Vorteile, die das andere nicht bietet.
Darum vergleichen wir in diesem Artikel Tor und VPN-Dienste und erklären, worum es sich handelt, wie man sie nutzt, was die Unterschiede sind und wann sich eine Kombination lohnt. Wenn Ihnen Ihre Online-Privatsphäre wichtig ist, hilft Ihnen dieser Artikel, beide Werkzeuge wirklich zu verstehen.
Tor vs. VPN: Was sind das für Tools?
Beginnen wir diesen Vergleich von Tor und VPN-Diensten mit einer klaren Definition: Was sind sie, wie funktionieren sie und worin unterscheiden sie sich?
Was ist Tor?
Tor ist die Abkürzung für „The Onion Router“. Es handelt sich um ein Netzwerk für anonymes Surfen und Kommunizieren im Internet, das Ihren Datenverkehr über mehrere Knoten leitet. Dadurch lässt sich Ihre Verbindung nur sehr schwer zu Ihnen zurückverfolgen. Zugang erhalten Sie in der Regel über den Tor-Browser, einen kostenlosen, auf Firefox basierenden Browser des gemeinnützigen Tor Project.

Tor ist also ein Mittel, um im Internet anonym zu bleiben. Die Tor-Knoten werden von Freiwilligen auf der ganzen Welt betrieben und gewartet. Es handelt sich also um ein dezentrales Netzwerk und nicht um einen zentralen Dienst, wie es bei einem VPN der Fall ist.
Das hat gute und schlechte Seiten. Der Vorteil: Kein einzelnes Unternehmen betreibt das Netzwerk, also gibt es auch keine zentrale Stelle, die Ihre Surfaktivitäten speichern könnte. Der Nachteil: Die Sicherheit jedes Knotens hängt von der Person ab, die ihn betreibt.
Ein Knoten kann zum Beispiel von einem Angreifer betrieben oder kompromittiert werden. Besonders heikel sind zwei Knoten: der Eingangsknoten, der Ihre echte IP-Adresse sieht, und der Ausgangsknoten, der den Datenverkehr ins offene Internet weiterleitet. Zudem kann Ihr Internetanbieter erkennen, dass Sie sich mit dem Tor-Netzwerk verbinden, auch wenn er nicht sieht, was Sie dort tun.
Deshalb nutzen viele Menschen Tor zusammen mit einem VPN, das die Verbindung zum Eingangsknoten verschlüsselt und die Tor-Nutzung vor dem Internetanbieter verbirgt. Alternativ bietet Tor sogenannte Bridges an, unveröffentlichte Eingangsknoten, die die Tor-Nutzung tarnen. Darauf gehen wir später noch genauer ein. Mit dem Tor-Browser können Sie außerdem Seiten im Dark Web besuchen, was ihn zusätzlich bekannt gemacht hat.
Der Name „The Onion Router“ kommt daher, dass die Verschlüsselungsschichten wie bei einer Zwiebel nacheinander abgetragen werden. Auch die Websites im Tor-Netzwerk tragen die Endung „.onion“, was kein Zufall ist. Wir erklären jetzt, wie Tor funktioniert und wie Ihre Anfragen verschlüsselt und entschlüsselt werden.
Wie funktioniert Tor?
Um Tor besser zu verstehen, sehen wir uns die Funktionsweise an. Wenn Sie eine Anfrage über das Tor-Netzwerk senden, wird sie dreifach verschlüsselt, eine Schicht pro Knoten. Es gibt den Eingangsknoten (auch Wächterknoten oder Guard genannt), den mittleren Knoten und den Ausgangsknoten.
Tor sendet Ihre Anfrage an den Eingangsknoten, der die erste Verschlüsselungsschicht entfernt. Wichtig: Der Eingangsknoten kennt Ihre IP-Adresse, und Ihr Internetanbieter sieht, dass Sie sich mit Tor verbinden. Den Inhalt der Anfrage kann der Eingangsknoten jedoch nicht lesen, da er noch zweifach verschlüsselt ist, und auch nicht, welche Website Sie aufrufen.
Der Datenverkehr geht dann an den mittleren Knoten, der eine weitere Schicht entfernt und die Daten an den Ausgangsknoten weiterleitet. Der mittlere Knoten kennt weder Ihre IP-Adresse noch Ihr Ziel.
Der Ausgangsknoten entfernt die letzte Tor-Verschlüsselungsschicht und sendet die Anfrage an die gewünschte Website. Er sieht also, welche Seite aufgerufen wird, und bei unverschlüsselten Websites ohne HTTPS sogar den Inhalt. Er weiß aber nicht, wer die Anfrage sendet, da er Ihre IP-Adresse nicht kennt. Die Antwort der Website nimmt anschließend denselben Weg zurück.
In Ländern mit starker Zensur, etwa China, Russland oder dem Iran, werden die öffentlich bekannten Tor-Knoten häufig gesperrt. Für diesen Fall bietet der Tor-Browser die bereits erwähnten Bridges an, etwa über die Technik Snowflake oder obfs4, die den Tor-Verkehr wie gewöhnlichen Datenverkehr aussehen lassen. Sie aktivieren sie in den Verbindungseinstellungen des Browsers mit wenigen Klicks.
Daran sieht man, dass Tor vor allem Ihre Anonymität schützt. Anonymität und Privatsphäre klingen ähnlich, bedeuten aber Unterschiedliches: Anonymität heißt, Ihre Identität zu verbergen, Privatsphäre heißt, zu verbergen, was Sie online tun.
Sie wissen jetzt, wie Tor funktioniert und warum es als Synonym für Anonymität gilt. Auch die Privatsphäre schützt Tor teilweise, für den gesamten Datenverkehr Ihres Geräts ist ein VPN aber das passendere Werkzeug. Eine Kombination beider Dienste kann zusätzliche Vorteile bieten.
Vor- und Nachteile
Wenn Sie im Internet anonym bleiben möchten und darüber nachdenken, Tor zu nutzen, sollten Sie die Vor- und Nachteile kennen.
Vorteile
- dreifache Verschlüsselung und drei Knoten sorgen für ein sehr hohes Maß an Anonymität
- Tor ist kostenlos, keine Abonnements nötig
- dezentrales, quelloffenes Netzwerk ohne zentralen Betreiber
- ermöglicht den Zugang zu .onion-Seiten im Darknet
Nachteile
- Eingangsknoten sieht Ihre IP-Adresse, und der Internetanbieter erkennt die Tor-Nutzung (außer mit Bridges)
- verlangsamt die Verbindung wegen der drei Knoten erheblich
- Knoten werden von Freiwilligen betrieben, darunter potenziell auch Angreifer
- Standort der IP-Adresse lässt sich nicht ohne Weiteres wählen, ungeeignet zum Umgehen von Geoblocking
- kein offizieller Tor-Browser für iOS
Was ist ein VPN?
Sie fragen sich, worin sich Tor und ein VPN unterscheiden? Zunächst einmal ist ein VPN ein Werkzeug, das vor allem Ihre Privatsphäre schützt. Es verschlüsselt Ihre gesamte Verbindung und leitet alle ein- und ausgehenden Daten durch einen sicheren Tunnel, sodass Ihr Internetanbieter und Dritte nicht sehen, was Sie online tun. Zudem verbirgt es Ihre echte IP-Adresse vor den Websites, die Sie besuchen.

In einer VPN-App verbinden Sie sich mit einem Server in einem bestimmten Land, der Ihnen seine IP-Adresse zuweist. Dann wird ein verschlüsselter Tunnel zwischen Ihnen und dem Server aufgebaut, durch den alle Ihre Anfragen laufen.
Da der Datenverkehr durch diesen Tunnel läuft, kann Ihr Internetanbieter Ihre Surfaktivitäten nicht mehr einsehen, und Websites sehen statt Ihrer IP-Adresse die des VPN-Servers. Es ist, als würden Sie von einem anderen Ort aus im Internet surfen.
VPN-Dienste bieten Hunderte bis Tausende Server in verschiedenen Ländern, sodass Sie mit einem beliebigen Server eine IP-Adresse aus dem gewünschten Land erhalten. Jede Anfrage läuft dann durch den Tunnel zum VPN-Server, der sie entschlüsselt und an die gewünschte Website weiterleitet.
Hochwertige VPN nutzen für die Verschlüsselung AES-256 oder ChaCha20, die nach heutigem Stand praktisch nicht zu knacken sind. VPN sind zentrale Dienste, das heißt, sie gehören bestimmten Unternehmen.
Tor ist dagegen dezentral, es gibt keinen Eigentümer, und die Knoten werden von beliebigen Personen betrieben. Da beim VPN Ihr gesamter Datenverkehr über die Server eines Unternehmens läuft, ist es entscheidend, einen vertrauenswürdigen Anbieter zu wählen, der keine Protokolle speichert und Ihre Daten nicht auswertet oder weitergibt.
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Wie funktioniert ein VPN?
Erklären wir kurz, wie ein VPN funktioniert, damit Sie die Unterschiede zu Tor vollständig verstehen.
- Sobald Sie mit einem VPN verbunden sind, verschlüsselt es Ihren Datenverkehr und verlegt Ihre IP-Adresse in das Land, in dem der VPN-Server steht.
- Wenn Sie eine Anfrage senden, läuft diese durch den verschlüsselten Tunnel zum VPN-Server.
- Der Server empfängt die verschlüsselte Anfrage, entschlüsselt sie und sendet sie an das Ziel, zum Beispiel an die gewünschte Website.
- Die Antwort nimmt denselben Weg zurück zu Ihrem Gerät.
Wichtig: Ein VPN verschlüsselt die gesamte Verbindung Ihres Geräts, während der Tor-Browser nur den Datenverkehr schützt, der durch den Browser selbst läuft. Deshalb eignet sich ein VPN zum Beispiel auch für Torrenting oder Gaming, während Tor dafür ungeeignet ist und das Tor Project selbst von Torrenting über Tor abrät.
Außerdem nutzt ein VPN nur eine Verschlüsselungsebene und einen Server, außer Sie aktivieren MultiHop oder Double VPN, wie es bei NordVPN heißt. Der kürzere Weg ist ein großer Vorteil: Sie erhalten deutlich höhere Geschwindigkeiten und eine bessere Leistung.
Vor- und Nachteile
Werfen wir abschließend einen Blick auf die Vor- und Nachteile von VPN.
Vorteile
- sehr einfach zu benutzen
- auf fast jeder Plattform verfügbar (Windows, iOS, Linux, Android, macOS, Router …)
- IP-Adresse aus einem bestimmten Land wählbar, um geografische Beschränkungen zu umgehen
- klare Verantwortlichkeit, da Sie wissen, wem die Server gehören
- sehr schnell, Premium-Anbieter nutzen Server mit 10-Gbit/s-Anbindung
- zusätzliche Funktionen wie Kill Switch, Werbeblocker und MultiHop
- starker Schutz der Privatsphäre dank Verschlüsselung und verborgener IP-Adresse
Nachteile
- gute Dienste sind kostenpflichtig, was bei kleinem Budget ein Nachteil sein kann
- manche, vor allem kostenlose VPN-Dienste werten Nutzerdaten aus (Hola VPN etwa wurde dafür kritisiert)
- der Anbieter muss vertrauenswürdig sein und keine Protokolle speichern, da Sie ihm Ihren Datenverkehr anvertrauen
Tor vs. VPN: Zusammenfassung der Unterschiede
Da Sie nun wissen, was Tor und VPN-Dienste sind, fassen wir die Unterschiede noch einmal für einen schnellen Überblick zusammen.
- Ein VPN ist ein zentraler Dienst eines bestimmten Unternehmens. Tor ist ein dezentrales Netzwerk ohne Eigentümer, dessen Knoten (Relays) von Freiwilligen auf der ganzen Welt betrieben werden.
- Ein VPN verschlüsselt Ihre Verbindung mit AES-256 oder ChaCha20, leitet sie über einen Server und gibt Ihnen eine IP-Adresse aus dem gewünschten Land. Tor anonymisiert Ihren Datenverkehr mit dreifacher Verschlüsselung über Eingangs-, Mittel- und Ausgangsknoten. Den Standort der Ausgangs-IP können Sie dabei nicht ohne Weiteres wählen, daher eignet sich Tor nicht zum Umgehen von Geoblocking.
- Das Tor-Netzwerk nutzen Sie über den Tor-Browser, der den Datenverkehr innerhalb des Browsers anonymisiert. Ein VPN verschlüsselt dagegen die gesamte Verbindung Ihres Geräts, also auch alle anderen Apps.
- Wegen der drei Knoten ist Tor sehr langsam, Seiten laden deutlich länger. Ein gutes VPN verlangsamt Ihre Verbindung nur wenig, Premium-Anbieter nutzen Server mit 10-Gbit/s-Anbindung und sind deutlich schneller als Tor.
- Den Tor-Browser gibt es für Windows, macOS, Linux und Android, für iOS nur die vom Tor Project empfohlene App Onion Browser. Ein VPN gibt es für viele Geräte und Plattformen, darunter Windows, macOS, iOS, Linux, Android, Router, Android TV, Fire TV Stick und andere.
- Der Tor-Browser ist kostenlos und quelloffen, während ein gutes VPN in der Regel ein kostenpflichtiges Abo erfordert.
- Tor ist vor allem auf Anonymität ausgerichtet, also darauf, Ihre Identität zu verbergen. Ein VPN konzentriert sich auf die Privatsphäre, also darauf, Ihre Aktivitäten vor Ihrem Internetanbieter und Dritten zu verbergen. Ein VPN ohne Protokollierung schützt aber auch Ihre Anonymität gegenüber Websites, da Ihre echte IP-Adresse verborgen bleibt.
- Tor-Knoten können kompromittiert sein, da ihre Sicherheit von Freiwilligen abhängt, die keine besondere Verantwortung tragen. Beim VPN ist das Unternehmen für Wartung und Sicherheit verantwortlich und kann zur Rechenschaft gezogen werden. Dafür müssen Sie diesem Unternehmen vertrauen, während Tor so konstruiert ist, dass kein einzelner Knoten alles weiß.
Anwendung von Tor und VPN-Diensten: Was sollte ich wann verwenden?
Obwohl sie sich auf den ersten Blick ähneln, haben Sie gesehen, dass es wichtige Unterschiede zwischen beiden Werkzeugen gibt. Sie sollten also je nach Bedarf eingesetzt werden. Hier die typischen Einsatzbereiche.
Wann sollte man Tor verwenden?
Wer .onion-Seiten im Dark Web besuchen möchte, kommt um Tor nicht herum. Mit dem Tor-Browser erreichen Sie diese Seiten, die mit Chrome, Firefox, Brave oder anderen Browsern nicht zugänglich sind.
Außerdem nutzen viele den Tor-Browser, um generell anonym im Internet zu surfen. Da sich die Verbindung kaum zu Ihnen zurückverfolgen lässt und der Browser Tracking erschwert, ist er eine gute Möglichkeit, zu surfen, ohne dass Dritte Ihr Verhalten einem Profil zuordnen können.
Tor ist auch für Whistleblower und Journalisten sehr nützlich. Viele Medien bieten über Tor anonyme Postfächer an, über die Quellen Informationen weitergeben können, ohne Spuren zu hinterlassen. Bedenken Sie aber, dass viele Websites erkennen, wenn Datenverkehr aus dem Tor-Netzwerk kommt.
Grund dafür sind die Ausgangsknoten: Ihre Adressen sind öffentlich bekannt, und viele Websites blockieren Tor-Verkehr oder zeigen ständig Captchas. Einige Seiten sind daher über Tor nicht nutzbar. Auch Ihr Internetanbieter kann ohne Bridges erkennen, dass Sie Tor nutzen, weiß aber nicht, was Sie im Netzwerk tun.
Zusammengefasst sollten Sie den Tor-Browser in diesen Fällen nutzen:
- anonymes Surfen im Dark Web
- anonymes Surfen im „Surface Web“ (dem allgemein zugänglichen Teil des Internets)
- Austausch vertraulicher Informationen, etwa mit Journalisten
Wann sollte man ein VPN verwenden?
Ein VPN kann Ihre IP-Adresse ändern, durch eine aus einem anderen Land ersetzen und Ihre gesamte Verbindung verschlüsseln. Das ist für viele Zwecke nützlich, etwa um auf Streaming-Angebote und Mediatheken zuzugreifen, die in Ihrem aktuellen Land gesperrt sind. Beachten Sie dabei die Nutzungsbedingungen der Dienste.
Dank der Verschlüsselung verhindern Sie, dass Ihr Internetanbieter und Angreifer Ihre Surfaktivitäten mitlesen. Besonders praktisch ist das in öffentlichen WLANs, in denen Angreifer lauern können. Das VPN verbirgt Ihre echte IP-Adresse und schützt Ihre Zugangsdaten vor dem Abfangen.

Außerdem sind VPN torrentfreundlich, sodass Sie Ihre IP-Adresse auch beim Filesharing über Torrent-Clients verbergen. Das macht das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Inhalte allerdings nicht legal. Qualitätsanbieter wie NordVPN oder ExpressVPN können mit Verschleierung zudem die Zensur in Ländern wie China oder dem Iran umgehen, wo Tor ohne Bridges meist blockiert ist.
Ein VPN bietet noch viele weitere Vorteile, zum Beispiel Preisvergleiche beim Online-Shopping durch einen Standortwechsel, Schutz vor einer gezielten Drosselung einzelner Dienste und Schutz vor DDoS-Angriffen beim Online-Gaming, da andere Spieler Ihre echte IP-Adresse nicht sehen.
Wenn Sie einen vertrauenswürdigen Anbieter wählen, der keine Protokolle speichert und dies von einem unabhängigen Prüfer bestätigen ließ, schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie schützen Ihre Privatsphäre und verbergen gleichzeitig Ihre Identität gegenüber den Websites, die Sie besuchen.
In diesen Fällen sollten Sie also ein VPN verwenden:
- Umgehen von Geoblocking bei Streaming-Plattformen, Mediatheken und Websites im Allgemeinen
- mehr Privatsphäre beim Herunterladen von Torrents
- Schutz in unsicheren öffentlichen WLANs
- Preisvergleiche bei Flugtickets, Hotelübernachtungen und anderen Online-Einkäufen
- Umgehen von Zensur in Ländern wie China, dem Iran, der Türkei oder Russland (unter Beachtung der lokalen Gesetze)
- Gaming auf PC, Konsole oder Smartphone mit Schutz vor DDoS-Angriffen
- Verbergen Ihrer echten IP-Adresse und Ihrer Aktivitäten vor dem Internetanbieter
- Verhindern einer gezielten Drosselung einzelner Dienste durch Netzwerkbetreiber
- Schutz Ihrer Daten in fremden Netzwerken, etwa im Hotel oder an der Hochschule
Kann ich gleichzeitig ein VPN und Tor benutzen?
Ein Punkt, den wir in diesem Duell Tor vs. VPN ansprechen möchten, ist die gleichzeitige Nutzung beider Tools. Vielleicht haben Sie schon von „Tor over VPN“ gehört: Dabei verbinden Sie sich zuerst mit einem VPN und starten dann den Tor-Browser.
Viele entscheiden sich für diese Kombination, um das Beste aus beiden Welten zu bekommen. Das VPN verschlüsselt zunächst Ihre Verbindung, erst dann geht es ins Tor-Netzwerk. So sieht Ihr Internetanbieter nur eine VPN-Verbindung und nicht, dass Sie Tor nutzen. Und der Tor-Eingangsknoten sieht die IP-Adresse des VPN-Servers statt Ihrer eigenen.

Was ist Onion Over VPN?
Onion Over VPN ist der Name, den NordVPN seiner eingebauten Lösung für Tor over VPN gibt. Mit diesen speziellen Servern leitet NordVPN Ihren Datenverkehr nach dem VPN-Server automatisch ins Tor-Netzwerk, sodass Sie .onion-Seiten auch mit einem normalen Browser erreichen. Das ist bequem, für maximale Anonymität empfiehlt sich aber weiterhin der Tor-Browser, da normale Browser deutlich mehr über Sie verraten, etwa über Cookies und Browser-Fingerprinting.
Insgesamt ist diese Kombination sehr gut für Privatsphäre und Anonymität, der Nachteil sind langsamere Geschwindigkeiten durch die zusätzlichen Stationen. Wenn Sie bereit sind, Geschwindigkeit für mehr Sicherheit zu opfern, ist das eine sehr gute Kombination.
Einige wenige Anbieter unterstützen auch die umgekehrte Variante „VPN over Tor“, bei der man sich zuerst mit Tor und dann mit einem VPN verbindet. Diese Variante ist komplizierter einzurichten und wird selten genutzt. AirVPN gehört zu den wenigen Anbietern, die sie ausdrücklich unterstützen.
Wenn Sie beide Dienste kombinieren möchten, ist Tor over VPN die empfehlenswerte Variante. Sie funktioniert mit NordVPN, ExpressVPN, CyberGhost, Surfshark und anderen bekannten Diensten, die unser Team nach zahlreichen Tests empfehlen kann.
Fazit: Was ist besser, Tor oder ein VPN?
Bleibt die Frage: Was ist besser, Tor oder ein VPN? Die Antwort ist nicht ganz einfach, da beide unterschiedliche Ziele verfolgen. Bei der Frage, ob kostenpflichtige VPN besser sind als kostenlose, wäre die Antwort leicht. Bei diesen beiden Werkzeugen ist es komplizierter.
Tor ist dank mehrschichtiger Verschlüsselung und Zugang zum Dark Web ein hervorragendes Werkzeug für Anonymität. Es hat aber die genannten Einschränkungen und wirkt nur innerhalb des Tor-Browsers. Bei einem VPN steht die Privatsphäre im Vordergrund, zusätzlich verbirgt es Ihre Identität gegenüber den Websites, die Sie besuchen.
Seriöse No-Log-Anbieter bieten Ihnen also beides, zusammen mit der Möglichkeit, Geoblocking zu umgehen, Torrents mit mehr Privatsphäre herunterzuladen, sich in öffentlichen WLANs zu schützen und vieles mehr. Darum empfehlen wir für den Alltag ein VPN, auch wenn es Geld kostet.
Ein VPN ist zudem deutlich schneller, und für Wartung und Sicherheit ist ein Unternehmen verantwortlich, das Sie zur Rechenschaft ziehen können. Tor wird dagegen von Freiwilligen betrieben, was Vorteile für die Unabhängigkeit, aber auch Risiken bei einzelnen Knoten mit sich bringt.
Wenn Sie sich im Dark Web (Darknet) bewegen möchten, empfehlen wir, beide gemeinsam zu nutzen. Die Tor-Knoten sind öffentlich und können in seltenen Fällen kompromittiert sein. Ein VPN schützt Sie zusätzlich, indem es Ihre Verbindung zum Tor-Netzwerk verschlüsselt und Ihre echte IP-Adresse vor dem Eingangsknoten verbirgt.
Welchen VPN-Anbieter sollten Sie mit oder ohne Tor verwenden? Wir empfehlen NordVPN, ExpressVPN oder CyberGhost. Alle drei sind sehr hochwertig, funktionieren problemlos zusammen mit Tor und bieten hohe Geschwindigkeiten, unbegrenztes Datenvolumen und starke Sicherheit. Dank ihrer Geld-zurück-Garantie können Sie alle drei risikofrei testen.
Tor vs. VPN: Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Zum Abschluss unseres ausführlichen Leitfadens beantworten wir einige häufig gestellte Fragen.
VPN vs. Proxy vs. Tor: Was ist der Unterschied?
Alle drei leiten Ihren Datenverkehr über einen anderen Server und verbergen so Ihre IP-Adresse, unterscheiden sich aber deutlich. Ein Proxy ändert nur die IP-Adresse einer einzelnen Anwendung und verschlüsselt nichts. Tor leitet den Datenverkehr im Browser über drei Knoten und bietet sehr hohe Anonymität, ist aber langsam. Ein VPN verschlüsselt die gesamte Verbindung Ihres Geräts, ist schnell und erlaubt die Wahl des Landes. Für den Alltag ist ein VPN daher meist die beste Wahl.
Brauche ich ein VPN für den Tor-Browser?
Zwingend ist es nicht, der Tor-Browser funktioniert auch ohne VPN. Ein VPN bringt aber zwei Vorteile: Ihr Internetanbieter sieht nicht, dass Sie Tor nutzen, und der Eingangsknoten erfährt Ihre echte IP-Adresse nicht. Das ist vor allem sinnvoll, wenn Sie in einem Netzwerk surfen, in dem die Tor-Nutzung auffallen oder blockiert werden könnte. Wichtig ist, zuerst das VPN zu verbinden und dann den Tor-Browser zu starten. Wählen Sie dafür einen Anbieter mit geprüfter No-Logs-Politik, sonst verlagern Sie das Risiko nur vom Internetanbieter auf den VPN-Dienst.
Kostenloses VPN oder Tor, was ist besser?
Kostenlose VPN funktionieren grundsätzlich wie kostenpflichtige, sind aber deutlich eingeschränkter. Sie begrenzen das Datenvolumen, bieten langsamere Geschwindigkeiten und nur wenige Standorte. Mit geografisch gesperrten Streaming-Diensten funktionieren sie meist nicht, und sie haben oft weniger Funktionen.
Generell raten wir daher von den meisten kostenlosen Anbietern ab. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass viele von ihnen unsicher sind: Sie speichern Protokolle, finanzieren sich über Werbung oder Nutzerdaten und schützen Ihre IP nicht immer zuverlässig vor Leaks. Was gewinnt also im Vergleich zwischen einem unsicheren Gratis-VPN und Tor?
Für uns gewinnt Tor. Es gibt aber auch seriöse kostenlose VPN: Proton VPN (ohne Datenlimit) und PrivadoVPN (10 GB pro Monat) bieten eine No-Logs-Politik und eine starke Verschlüsselung. Müssten wir uns zwischen einem dieser beiden und Tor entscheiden, würden wir für den Alltag trotz der Einschränkungen das VPN wählen.
Ist Tor legal?
Ja, in Deutschland und den meisten Ländern ist Tor legal. Viele verbinden es mit dem Darknet und damit mit verdächtigen Aktivitäten. Meist wird Tor aber für legale Zwecke genutzt, etwa um anonym zu surfen oder um zu verhindern, dass der Internetanbieter Ihr Surfverhalten verfolgt. Sie können den Tor-Browser sogar als normalen Browser verwenden.
Wegen der geringen Geschwindigkeit ist das im Alltag aber wenig komfortabel. Das Herunterladen und die Nutzung von Tor sind in Deutschland jedenfalls legal. Von illegalen Aktivitäten raten wir natürlich ausdrücklich ab, zumal kein Dienst und kein Browser hundertprozentige Anonymität garantiert. In einigen Ländern mit starker Zensur ist die Tor-Nutzung allerdings eingeschränkt oder wird aktiv blockiert.
Kann Tor blockierte Webseiten entsperren?
Teilweise. Auf geografisch gesperrte Inhalte gezielt zuzugreifen ist schwierig, da Sie den Standort der Ausgangs-IP nicht ohne Weiteres wählen können. Sperren in Schul- oder Firmennetzen lassen sich mit Tor oft umgehen, sofern sich der Browser installieren lässt und Sie die Regeln des Netzwerks beachten.
Für das gezielte Entsperren von Websites aus bestimmten Ländern empfehlen wir Ihnen VPN-Dienste wie NordVPN, ExpressVPN und CyberGhost. Sie bieten Server in zahlreichen Ländern, die Sie gezielt auswählen können, und sind dabei deutlich schneller als das Tor-Netzwerk.