Sie aktivieren Ihr VPN, und plötzlich verweigert die Banking-App den Login, der Netzwerkdrucker ist nicht mehr erreichbar und der Lieferdienst zeigt Restaurants in Amsterdam an. Der Grund: Ein VPN leitet standardmäßig Ihren gesamten Datenverkehr durch den verschlüsselten Tunnel. Mit Split-Tunneling legen Sie selbst fest, welche Apps oder Websites das VPN nutzen und welche nicht.
Die zuverlässigste Split-Tunneling-Funktion bot in unseren Tests NordVPN: einfach einzurichten, in beide Richtungen nutzbar (Apps ausschließen oder nur ausgewählte Apps durch das VPN leiten), kombiniert mit über 9.200 Servern in 129 Ländern und einem Preis von 2,56 € pro Monat. ExpressVPN ist mit 2,39 € pro Monat eine starke Alternative und bietet sogar Split-Tunneling für Geräte am Router, unterstützt die Funktion aber nicht unter iOS und nicht in Kombination mit Lightway Turbo.
In diesem Artikel erklären wir, was ein VPN-Tunnel ist, wie Split-Tunneling funktioniert, welche Arten es gibt, wann Sie es nutzen sollten und welche Anbieter es am besten umsetzen.
Was ist ein VPN-Tunnel? Split-Tunneling einfach erklärt
Um Split-Tunneling zu verstehen, sehen wir uns zunächst an, wie ein Virtuelles Privates Netzwerk funktioniert. Das VPN verschlüsselt Ihre Verbindung, leitet sie durch einen sogenannten VPN-Tunnel zu einem Server und gibt Ihnen dessen IP-Adresse. Ihr Internetanbieter sieht dann nur noch, dass Sie mit einem VPN verbunden sind, nicht aber, welche Websites Sie besuchen.
Viele stellen sich das Tunneling wie eine eigene Fahrspur vor: Während auf den anderen Spuren alle sichtbar fahren, fahren Sie in einem abgeschlossenen Tunnel, in den niemand hineinsehen kann.
Genau das tut ein VPN für Sie. Mit starker Verschlüsselung wie AES-256 sorgt es dafür, dass Dritte Ihre Aktivitäten nicht mitlesen können. Sie werden mit einem VPN-Server in Deutschland oder einem anderen Land verbunden und erhalten dessen IP-Adresse.
Wichtig: Standardmäßig betrifft das Ihre GESAMTE Verbindung, also alle Apps und Websites.
Mit Split-Tunneling können Sie bestimmte Apps, und je nach Anbieter auch Websites oder Geräte, vom VPN-Tunnel ausschließen. Sie entscheiden also, welcher Datenverkehr durch das VPN läuft und welcher direkt über Ihre normale Internetverbindung.
Ein Beispiel: Ihre Banking-App braucht kein VPN. Sie ist häufig mit Ihrem Standort verknüpft, und eine ausländische IP-Adresse kann dazu führen, dass die Bank Sie für einen Betrüger hält und den Zugang sperrt.
In diesem Fall schließen Sie die App vom Tunnel aus, damit sie Ihre echte IP-Adresse nutzt. Ihren Torrent-Client sollten Sie dagegen nie ausschließen, damit Ihre IP-Adresse beim Filesharing verborgen bleibt.
Split Tunnel vs. Full Tunnel
Bei einem Full Tunnel, der Standardeinstellung jedes VPN, läuft der gesamte Datenverkehr durch die verschlüsselte Verbindung. Das bietet den größtmöglichen Schutz, kann aber bei lokalen Diensten, Banking-Apps oder Online-Spielen zu Problemen führen. Bei einem Split Tunnel teilen Sie den Datenverkehr auf: Ein Teil läuft durch das VPN, der Rest direkt über Ihren Anschluss. Das spart Bandbreite und vermeidet Konflikte, bedeutet aber, dass die ausgeschlossenen Apps nicht vom VPN geschützt werden.
Die verschiedenen Arten von VPN-Split-Tunneling
Beim VPN-Split-Tunneling gibt es mehrere Varianten. Sie funktionieren ähnlich, unterscheiden sich aber in ihrem Wirkungsbereich.
App-Split-Tunneling
Die häufigste Variante betrifft Anwendungen. So funktioniert die Funktion zum Beispiel bei NordVPN, ExpressVPN und Surfshark. Die meisten Anbieter, die Split-Tunneling bieten, setzen auf diese Variante.
Der Vorteil: Die Einrichtung ist sehr einfach. Sie aktivieren die Funktion und wählen die Apps aus, die Sie ausschließen möchten. Meist erkennt das VPN die installierten Anwendungen automatisch, sodass Sie nur noch darauf klicken müssen.
Fehlt eine App in der Liste, können Sie sie in der Regel manuell hinzufügen. Bei einigen Anbietern funktioniert Split-Tunneling auch umgekehrt: Dann laufen nur ausgewählte Apps durch das VPN, alle anderen nutzen die normale Verbindung.
Bei NordVPN unter Windows ist beides möglich. Die umgekehrte Variante eignet sich zum Beispiel, wenn Sie nur Ihren Browser oder Torrent-Client schützen möchten. Beachten Sie aber, dass alle anderen Apps dann ohne VPN-Schutz laufen.
Wichtig: Split-Tunneling ist nicht auf allen Plattformen verfügbar. Unter iOS bieten es die meisten Anbieter wegen der Einschränkungen von Apple gar nicht an, unter Windows und Android ist es dagegen weit verbreitet.
Webseiten-/IP-/Domain-Split-Tunneling
Eine weitere Variante betrifft Websites, IP-Adressen und Domains. NordVPN und ExpressVPN bieten in ihren Desktop-Apps vor allem App-Split-Tunneling: Sie können also Ihren Browser ausschließen, aber nicht einzelne Websites.
Bei CyberGhost können Sie unter Windows über die Option “Ausnahmen” einzelne URLs ausschließen. Das ist sehr einfach: Sie kopieren die Adresse der Website, fügen sie in der App ein und klicken auf “Hinzufügen”.
So rufen Sie diese Website immer mit Ihrer eigenen IP-Adresse auf, ohne Umweg über den VPN-Server. Apps wie Spiele oder Banking-Apps lassen sich auf diese Weise allerdings nicht ausschließen, wohl aber die Website Ihrer Bank.
Geräte-Split-Tunneling
Geräte-Split-Tunneling ist noch seltener. Auf Computer, Smartphone oder Tablet finden Sie es nicht, denn diese Funktion ist nur verfügbar, wenn Sie ein VPN auf Ihrem Router nutzen.

ExpressVPN bietet diese Funktion in seiner Router-App und auf seinem eigenen Router Aircove an, was seine gute Router-Unterstützung ergänzt. Mit einem VPN auf dem Router wird jedes verbundene Gerät geschützt, was Sie nicht immer wollen.
Hier kommt das Geräte-Split-Tunneling ins Spiel. Bei ExpressVPN wählen Sie aus, welche Geräte das VPN nutzen und welche nicht. Ausgeschlossene Geräte sind weiterhin mit Ihrem WLAN verbunden, aber ohne VPN, während die übrigen Geräte geschützt bleiben.
Diese Variante bieten außer ExpressVPN nur wenige Anbieter. Wer ein VPN für den Router sucht, ist mit ExpressVPN daher sehr gut beraten.
Wann sollte ich VPN-Split-Tunneling nutzen? Und wann NICHT?
Split-Tunneling sollten Sie gezielt einsetzen, denn bei bestimmten Apps kann es Ihre Privatsphäre beeinträchtigen. Überlegen Sie daher genau, welche Apps, Domains und Geräte Sie ausschließen.
Sehen wir uns einige Fälle an, in denen die Funktion sinnvoll ist, und solche, in denen Sie besser darauf verzichten.
Wann sollten Sie Split-Tunneling verwenden
Split-Tunneling ist sinnvoll für Anwendungen, die kein VPN benötigen. Nehmen wir erneut Ihre Banking-App: Sie registriert die neue IP-Adresse des VPN und stuft sie unter Umständen als verdächtig ein.
Erkennt eine Banking-App eine IP-Adresse aus einem anderen Land, kann sie Ihr Konto vorübergehend sperren, bis Sie sich bei der Bank melden. Deshalb schließen Sie Ihre Banking-App besser vom VPN aus.
Ein weiteres Beispiel sind Lieferdienste und Online-Shopping. Für Bestellungen an Ihre Adresse ist es sinnvoll, Ihren echten Standort zu verwenden.
Schließen Sie solche Apps einfach vom Tunnel aus, damit sie Ihren Standort korrekt erkennen. Manche lokalen Lieferdienste oder Shops funktionieren mit einer ausländischen IP-Adresse gar nicht.
Auch Geräte und Dienste im Heimnetz, etwa Drucker, Smart-Home-Systeme oder ein NAS, lassen sich oft nur ohne VPN erreichen. Hier hilft Split-Tunneling ebenfalls weiter.
Gaming: Sollte ich dieses Feature benutzen?
Beim Gaming ist die Entscheidung nicht immer einfach. Manche VPN verringern die Leistung spürbar, was sich negativ auf das Spielerlebnis auswirken kann.
Bei einem langsamen VPN steigt der Ping, was zu Verzögerungen führen kann. In diesem Fall können Sie Ihre Spiele vom VPN ausschließen, um die Leistung zu maximieren. Dann ist Ihre IP-Adresse allerdings für andere Spieler sichtbar, und Sie sind nicht mehr vor DDoS-Angriffen geschützt.
Mit einem schnellen VPN wie NordVPN fallen die Geschwindigkeitseinbußen gering aus, vor allem bei einem nahe gelegenen Server. Dann können Sie Ihre Spiele auch durch das VPN laufen lassen und bleiben vor Angriffen geschützt.
Wann sollte man Split-Tunneling nicht verwenden?
In einem anderen Artikel haben wir über den VPN-Kill-Switch gesprochen, den Sie so gut wie immer aktivieren sollten. Beim Split-Tunneling ist die Lage anders: Wenn Ihnen Anonymität und Privatsphäre besonders wichtig sind, sollten Sie es sparsam einsetzen.
Wenn Sie zum Beispiel Torrents herunterladen, sollten Sie Ihren Torrent-Client nie vom VPN ausschließen. Beim Filesharing sehen andere Nutzer im selben Schwarm Ihre IP-Adresse, und auch Ihr Internetanbieter kann Ihre Downloads nachvollziehen.
Das ist aus Datenschutzsicht riskant. Ebenso wenig sollten Sie Split-Tunneling für Dienste nutzen, bei denen Sie das VPN gerade für den Standortwechsel benötigen, etwa für Streaming-Plattformen oder ausländische TV-Sender.
Schließen Sie solche Websites oder Apps nicht aus, sonst greifen sie mit Ihrer echten IP-Adresse zu, und das VPN verliert seinen Zweck.
Noch ein wichtiger Punkt: Viele nutzen ein VPN zusammen mit dem Tor-Browser. Wenn Sie sicher im Dark Web surfen möchten, setzen Sie Tor niemals auf die Ausschlussliste, sonst verbindet sich Tor mit Ihrer echten IP-Adresse.
Damit verlieren Sie den zusätzlichen Schutz, den Ihnen das VPN gegenüber dem Tor-Netzwerk bietet. Kurz gesagt: Verwenden Sie in diesen Fällen kein Split-Tunneling.
Die besten VPN mit Split-Tunneling 2026
Split-Tunneling ist eine wichtige Funktion, wird aber nicht von allen Anbietern angeboten. Kostenlose Dienste wie Hola VPN oder Opera VPN haben sie zum Beispiel nicht.
Auch einige Premium-Dienste verzichten darauf. Wenn Sie die Funktion benötigen, sollten Sie bei der Wahl genau hinsehen. Hier ist unsere Auswahl der besten VPN für Split-Tunneling in 2026.
1. NordVPN
Unser Favorit ist NordVPN. Der Anbieter ist für zahlreiche hochwertige und regelmäßig aktualisierte Funktionen bekannt, etwa das schnelle NordLynx-Protokoll. Auch sein Split-Tunneling funktioniert einwandfrei. Insgesamt ist er für uns das derzeit beste VPN auf dem Markt.
NordVPN bietet App-Split-Tunneling. Sie wählen aus, welche Anwendungen durch das VPN laufen und welche nicht. Das ist praktisch, wenn Sie nur bestimmte Apps schützen möchten, während andere die normale Verbindung nutzen.
In unseren Tests funktionierte die Funktion hervorragend und ist sehr einfach zu bedienen. Sobald Sie eine App ausschließen, nutzt sie nie mehr die VPN-Verbindung, ideal für Banking-Apps und andere Fälle, in denen Sie keine ausländische IP-Adresse brauchen.

So richten Sie Split-Tunneling bei NordVPN unter Windows in wenigen Schritten ein:
- Öffnen Sie die NordVPN-App und gehen Sie in die Einstellungen.
- Wählen Sie den Bereich “Split-Tunneling” und aktivieren Sie die Funktion.
- Entscheiden Sie, ob Sie das VPN für ausgewählte Apps deaktivieren oder nur für ausgewählte Apps aktivieren möchten.
- Klicken Sie auf “Apps hinzufügen” und wählen Sie die gewünschten Anwendungen aus der Liste oder über den Dateibrowser aus.
- Verbinden Sie sich mit einem Server. Die Einstellungen gelten ab sofort für jede neue Verbindung.
Unter Android finden Sie die Funktion ebenfalls in den Einstellungen der App. Je nach App-Version kann die Bezeichnung der Menüpunkte leicht abweichen.
NordVPN ergänzt diese Funktion ab dem Plus-Tarif mit Threat Protection Pro, das Malware, Tracker und Werbung blockiert. Überzeugt hat uns auch der Dark Web Monitor, der Sie warnt, wenn Ihre Zugangsdaten in Datenlecks auftauchen.
Seine No-Logs-Richtlinie wurde im Februar 2026 zum sechsten Mal von Deloitte bestätigt. Split-Tunneling steht unter Windows und Android zur Verfügung. Mit jedem Abonnement erhalten Sie 10 gleichzeitige Verbindungen, und der 24/7-Live-Chat gehört zu den besten der Branche.
Mit dem Code 01NET zahlen Sie nur 2,56 € pro Monat über 28 Monate. Dazu kommt eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, sodass Sie bei Unzufriedenheit problemlos eine Rückerstattung erhalten.

2. ExpressVPN
Unsere Nummer 2 ist ExpressVPN. Nach unseren Tests ist er ein sehr leistungsstarkes VPN, dank hoher Zuverlässigkeit, guter Leistung und erstklassiger Sicherheit. Wie bereits erwähnt, bietet ExpressVPN zwei Arten von Split-Tunneling.
Erstens das klassische App-Split-Tunneling, mit dem Sie bestimmte Apps vom VPN-Tunnel ausschließen, unter anderem unter Windows und Android, nicht aber unter iOS. Zweitens das Geräte-Split-Tunneling, wenn Sie ExpressVPN auf einem Router nutzen.
Damit ist er vielseitiger als seine Konkurrenz. Beachten Sie, dass sich Split-Tunneling unter Windows nicht mit Lightway Turbo kombinieren lässt. Zusammen mit starker Verschlüsselung, dem schnellen Lightway-Protokoll und einer von KPMG geprüften No-Logs-Richtlinie erhalten Sie einen sehr leistungsstarken Dienst.
ExpressVPN ist auch für Streaming sehr gut geeignet. Seine rund 3.000 Server in 105 Ländern helfen Ihnen, Geoblocking zu umgehen. Aktuell erhalten Sie 78 % Rabatt auf das Abo über 28 Monate, das entspricht 2,39 € pro Monat.
Zudem gibt es eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie, mit der Sie innerhalb der ersten 30 Tage eine VOLLSTÄNDIGE Rückerstattung erhalten, ohne Angabe von Gründen. Wenn Sie besonders vielseitiges Split-Tunneling inklusive Router suchen, ist ExpressVPN die richtige Wahl.

3. CyberGhost
CyberGhost gehört wie ExpressVPN zur Kape-Gruppe. Der rumänische Anbieter setzt beim Split-Tunneling jedoch vor allem auf Websites statt auf Anwendungen, was ebenfalls sehr nützlich sein kann.
Mit der Option “Ausnahmen” schließen Sie unter Windows bestimmte Domains vom VPN aus. Das funktioniert zuverlässig und ist auch für Einsteiger einfach zu bedienen. Zudem bietet CyberGhost zahlreiche weitere Sicherheits- und Datenschutzfunktionen.
Seine No-Logs-Richtlinie wird regelmäßig von Deloitte geprüft, und vierteljährliche Transparenzberichte sorgen für zusätzliches Vertrauen. Außerdem gibt es AES-256-Verschlüsselung, einen Werbeblocker und WireGuard-Unterstützung für hohe Geschwindigkeiten.
CyberGhost bietet zudem spezielle Torrenting- und Streaming-Server sowie NoSpy-Server, die in einem eigenen Rechenzentrum in Rumänien betrieben werden. Mit rund 2 € pro Monat ist er zudem der günstigste Anbieter in dieser Liste.
Ab dem 6-Monats-Abo erhalten Sie eine 45-tägige Geld-zurück-Garantie, beim Monatsabo sind es 14 Tage. So können Sie den Dienst lange risikofrei testen und sich bei Bedarf Ihr Geld zurückerstatten lassen.

Fazit: Lohnt sich Split-Tunneling beim VPN?
Was haben Sie über Split-Tunneling erfahren? Die Funktion ist nützlich, wenn bestimmte Anwendungen nicht durch den VPN-Tunnel laufen sollen, etwa Banking-Apps, Lieferdienste oder Geräte im Heimnetz.
Ist Split-Tunneling aktiviert, nutzen ausgewählte Apps, Domains oder Geräte die normale Verbindung statt des VPN. Das ist die Kernidee. Die Funktion ist nicht bei jedem VPN verfügbar, vor allem nicht bei kostenlosen Diensten, und unter iOS fehlt sie bei den meisten Anbietern.
NordVPN, ExpressVPN und CyberGhost gehören zu den besten VPN mit Split-Tunneling. Für uns ist NordVPN der Top-Kandidat, dank seiner hochwertigen App und seiner zuverlässigen Split-Tunneling-Funktion.